Von Gülthöfen und Raubrittern: Die Thiersheimer Burg

aus Ausgabe 42, Aug/Sept 2008

Wie schön sich die Gebäude um den Marktplatz gruppieren, ansteigend wie ein Amphitheater hin zu Kirche und zum alten Burgplatz. Auf langen Sitzreihen haben die Jahrhunderte Platz genommen und blicken auf die alte Straße hinab, man muss nur genau hinsehen und hinhören, die Geschichte ist lebendig.

Wie die Zeit vor Gründung der Martinskapelle war, läßt sich vorstellen, aber nicht beweisen, wie man sich die erste fränkische Zeit denken muss, wird schon deutlicher. Allerdings besteht Forschungsbedarf hinsichtlich der acht Gült- oder Zinshöfe als Urhöfe der Landnahmezeit mit der Fragestellung: Wer organisierte die ersten Höfe? Klarheit bekommt man erst mit dem Nachweis der Nothaftburg und dem Burgkapellenpatrozinium – St. Egidius – , im 11. Jahrhundert war dies so üblich. Ab jetzt gibt es schriftliche Quellen. Dass das Kastrum, also der Kasten (die alte Burg zu Thiersheim) einst alles überragte, zeigt die strategische Lage im Ortsbild und ein altes Foto davon deutlich. Thiersheim bestand jedenfalls längst als die Burgen Weißenstein und Thierstein angelegt wurden. 

Wie edel und fein es auf unseren Burgen damals zuging, beleuchten nicht nur viele Sagen, sondern auch eine Stelle in Dr. F.W. Singers Buch „Heimat an der Hohen Warte“ Seite 38 ff. berichtet uns, dass der Raubritter Peter Nofhafft dem Elbel von Tirzheym anno 1395 zwei Ochsen geraubt hat.

Sicherlich steht noch zumindest zur Kirche hin die mächtige alte Burgmauer mit Anschlussmauerwerk. Dieser Schatz aus dem Mittelalter wartet noch auf seine Hebung.

Text / Bild: Joachim Rohrer, Höchstädt

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