Zwischen Lock-Down und Reisewarnungen: Eine Branche im Umbruch

Ein Interview mit Marion Stowasser-Fürbringer

Der Lock-Down im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat viele Unternehmen in wirtschaftliche Bedrängnis gebracht. Aber auch die mittlerweile regelmäßig angepassten Lockerung bringen nicht überall gleich die Normalität zurück. Besonders schwierig ist die Situation nach wie vor in der Reisebranche. Wir haben bei Stowasser-Touristik in Arzberg nachgefragt.

Frau Stowasser-Fürbringer, wie hart trifft die Corona-Krise ihr Reisebüro?

Sehr hart! Die Auswirkungen auf unsere fünf Filialen mit insgesamt 17 Mitarbeitern sind existentiell. Wir müssen arbeiten, um die getätigten Buchungen unsere Kunden betreuen zu können, haben aber keinerlei Einnahmen. Wir führen immer noch fast ausschließlich Rückabwicklungen durch und verlieren dadurch bereits erhaltenen Provisionen und somit unsere finanzielle Grundlage. Die schrittweise Lockerungen bringen vorerst nur eine dezente Kehrtwende.

Wie reagieren Ihre Kunden darauf?

Da müssen wir uns ausdrücklich bei unseren Kunden bedanken. Sie sind sehr tolerant und verständnisvoll und erkennen, dass wir versuchen was in unserer Macht steht um für jeden ein passende Lösung zu finden.

Wie sind Ihre Maßnahmen und die der Reiseveranstalter für die Kunden?

Wir bearbeiten täglich alle offenen Vorgänge und haben alle Veränderungen im Blick um den Kunden schnellst- und bestmöglich Lösungen anbieten zu können.
Wir geben unsere Kunden grundsätzlich nur in die Hände hochwertiger und seriöser Veranstalter. Teilweise werden kostenfreie Umbuchungen auf die kommende Saison angeboten. Es gibt auch schon wieder verlässlich geöffnete Unterkünfte mit stimmigen Hygienekonzepten. 

Wie unterscheidet sich ein Reisehinweis von einer Reisewarnung?

Beim Reisehinweis, weist das auswärtige Amt darauf hin, dass es im jeweiligen Land zu Problem kommen kann, man aber einreisen darf. Bei einer Reisewarnung werden Reisen storniert und man darf dort nicht einreisen. Tut man es trotzdem, macht man dies in voller Eigenverantwortung.

In welche Länder könnte man derzeit reisen?

Spanien, Griechenland, Italien … in die meisten europäischen sind Reisen wieder möglich, wobei es zu unterscheiden gilt, ob man selbst anreisen will oder auf das Flugzeug angewiesen ist, da noch nicht klar ist, wie es bei den Fluglinien weitergeht. Und dann bleibt natürlich auch der Urlaub in Deutschland, wobei teilweise jetzt schon in einigen Regionen die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Wie sicher ist derzeit eine Pauschalreise?

Pauschalreisen sind sicher und ein Rücktransport auf alle Fälle garantiert. Die angebotenen Unterkünfte haben Hygienekonzepte ausgearbeitet. Natürlch muss man vor Ort mit Einschränkungen rechnen. Die jeweils aktuelle Lage können wir natürlich nur aufgrund der erhaltenen Informationen abschätzen. Letzendlich liegt es aber auch im Ermessen des Kunden, ob für ihn die Reise sicher genug ist.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Reisebüros?

Es wird uns weiterhin geben. Wir sind mit Leib und Seele Touristiker und wollen weiter mit allen Mitarbeitern unseren Kunden Reisen zu den schönsten Plätzen dieser Welt vermitteln. Wir befinden uns noch in Kurzarbeit, haben aber bereits ein Konzept entwickelt, wie wir aus dieser Krise gestärkt heraus gehen können. Wir werden künftig flexibler arbeiten und aktiver und direkter mit unseren Kunden in Verbindung treten. Wir sind ein Unternehmen mit solider Basis, guten Strukturen und einem zuverlässigem, familiären Team. Wir würden uns wünschen, dass die Wertschätzung des Reisens künftig wieder ansteigt und das die Qualität der Beratung und Durchführung und die Individualität einer Reise wieder in den Vordergrund tritt.

Wir bedanken uns für das informative Gespräch.

previous arrow
next arrow
Slider