Konnersreuth in Trümmern

Alliierter Beschuss vor 75 Jahren

In diesem Jahr am 20. April 2020 jährt sich zum fünfundsiebzigsten Mal der Beschuss von Konnersreuth.

Wie keine andere Ortschaft im Stiftland wurde die Marktgemeinde Konnersreuth in den letzten Kriegstagen iarg in Mitleidenschaft gezogen. Am 20. April 1945 rückten die amerikanischen Soldaten ein und trafen auf entschiedenen Widerstand einer SS-Einheit. Ein Drittel der Gebäude wurden dabei zerstört, weiter gab es zwei tote Zivilisten zu beklagen.

In Konnersreuth herrschte nach Augenzeugenberichten am Vormittag diesen 20. April 1945 eine fast gespenstische Ruhe. Auf dem Marktplatz war die Waffen-SS präsent. Mit im Ort war auch eine Genesungseinheit, die jedoch harmlos war. So um die Mittagszeit zog sich die Waffen-SS in Richtung Kappl zurück und schoss dort ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug ab. Die Beschießung von Konnersreuth setzte kurz nach 16 Uhr ein. Nach Aufzeichnungen zu urteilen, war es vermutlich, die Waffen-SS die Konnersreuth unter Beschuss nahm. Doch es kamen auch Granaten von der westlichen Seite geflogen und schlugen im Ortskern ein.

Der Beschuss dauerte etwa eineinhalb bis zwei Stunden, dann hörte er auf. „Alle dachten“, „es handelt sich um eine Feuerpause, nein, es war wirklich das Ende“. Aber es sah überall sehr schlimm aus. Das Kirchendach war vollkommen zerstört, der Ortskern vom Marktplatz bis zum Friedhof war ein einziges Chaos.“ Zwei Zivilisten und mehrere Soldaten waren ums Leben gekommen. Wägen wurde mit Betten und Decken beladen, Kühe eingespannt, viele Einwohner flüchteten mit anderen Nachbarn, zum nahegelegenen Rehberg.

Von dort aus, konnte man auf das brennende Konnersreuth blicken, an Schlaf war nicht zu denken. Am nächsten Morgen fuhren die Familien mit ihren Hab und Gut in einer langen Kolonne wieder in den Ort zurück. Voraus ging jemand mit einer großen weißen Fahne. Von Arzberg her fuhren langsam US-Sherman-Panzer auf, auf beiden Seiten begleitet von Infanterie.

Für die Bewohner des Marktes gab es nur zwei Stunden Ausgang zum Einkaufen. Von den Amerikanern eingeteilte Personen mussten bereitgestelltes Brot verteilen, keine einfache Aufgabe, weil die zugeteilte Menge nie ausreichte. In Konnersreuth selber blieb ein ganzes Bataillon US-Soldaten stationiert. Die Amerikaner blieben in vielen Häusern für sich allein, die Einwohner mussten in wenigen festgelegten Häusern übernachten.

Text Foto: Max Bindl, Konnersreuth

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