Bürgerhaus Arzberg

Von der Projektphase zur Umsetzung

Das ehemalige Schulgebäude entlang der Friedhofstraße, ein 3-geschossiger, verputzter Mauerwerksbau mit Holzbalkendecken und spätklassizistischer Kopfbau, war stadträumlich und historisch prägend für die Arzberger Innenstadt ist. Südlich des Kopfbaus schließt sich eine Terrasse und der Freibereich des Dr.-Fritz-Singer-Parks an.

Das heutige Bürgerhaus wurde früher als evangelisches Zentralschulhaus erbaut, das auch als Berufsschule gedient hat. In den letzten Jahren hat das Gebäude in der Friedhofstraße 2 als Bürgerhaus diversen Vereinen und dem Stadtarchiv Platz geboten.

Nach der Generalsanierung sieht das Raumkonzept weiterhin eine Nutzung als Bürgerhaus vor, um auch in Zukunft einen zentralen, öffentlichen Anlaufpunkt für die Bevölkerung von Arzberg zu haben. Im Zuge der Sanierung soll innerhalb des Gebäudes ein Aufzugeinbau geprüft werden, sodass das gesamte Gebäude möglichst barrierefrei genutzt werden kann. Der Eingang soll ebenfalls barrierefrei zugänglich sein. Durch die Sanierung werden vor allem in den Anschlussbereichen nördlich des Kopfbaus die Freianlagen neu hergestellt.

Das ursprüngliche Gebäude war der 1881 erbaute zweigeschossige Kopfbau, an den im Laufe der Jahre mehrere Erweiterungen und eine Aufstockung angegliedert wurden. Die Anbauten sind um ein halbes Geschoss versetzt angegliedert, was einen barrierefreien Durchgang zwischen Kopfbau und den Anbauten verhindert. An dem Gebäude hat stark der Zahn der Zeit genagt. Es gibt diverse Schäden am Mauerwerk, sowie am Innen- und Außenputz durch Feuchtigkeit und Abplatzungen. Auch die Fenster schließen teilweise nicht mehr dicht ab und sind an manchen stellen behelfsmäßig ergänzt. Die sanitären Anlagen sind nicht mehr zeitgemäß, auch sämtliche Leitungsführungen entsprechen nicht dem heutigen Stand. Die Tragfähigkeit der alten Holzbalkendecken ist teilweise nicht mehr gegeben. Ebenso muss die Treppe im Hinblick auf Statik und öffentliche Nutzbarkeit ertüchtigt werden. An mehreren Stellen im Gebäude sind Feuchteschäden aufgrund von Leitungsbrüchen sichtbar. Auch im unterkellerten Bereich der Anbauten gibt es diverse Feuchtigkeitsschäden.

Neben den Mängeln in der baulichen Substanz muss das Bürgerhaus auch energetisch erneuert werden. Als öffentliches Gebäude muss beim Bürgerhaus auch der Brandschutz auf den heutigen Stand gebracht werden. Momentan läuft eine statische und brandschutztechnische Bestandserkundung, als Voraussetzung für die weitere Sanierungsplanung.

Zum Schluss waren im Bürgerhaus unter anderem der Jugendtreff, das Stadtarchiv, der Seniorenclub, die Musikschule, die Sandauer Heimatstube, die Musikkapelle, Teile der Theatergruppe, die Soldatenkameradschaft, die Garten- und Blumenfreunde sowie ein improvisierter Ballettsaal zu finden. In mehreren Räumen fanden sich auch Stücke der Arzberger Stadtgeschichte, wie das Modellager des Arzberger Kraftwerks oder eine geologische Sammlung. Besonders die Sandauer Heimatstube, die als Verein die Geschichte der Region pflegt und aufbereitet, kommt eine wichtige Bedeutung zu. Hier werden Möbel, Trachten, landwirtschaftliche Geräte, Fotos und Urkunden ausgestellt.

Nach Rückfrage bei den einzelnen Nutzern und Vereinen konnte ein aktuelles, auf die Zukunft ausgerichtetes Raumprogramm erstellt werden. Einige Vereine haben sich aufgelöst oder sind in andere Räumlichkeiten umgezogen. Auch das Archiv und die Lagerflächen können teilweise verkleinert werden.

Es wird deutlich, dass die Nutzfläche im bestehenden Gebäude den zukünftigen Raumbedarf bei Weitem übersteigt. Auch gibt es Nutzungen, die in einem neuen Multifunktionsraum gemeinsam untergebracht werden können.

Im zukünftigen Bürgerhaus soll es einen Multifunktionsraum geben, der für öffentliche Veranstaltungen bereit steht, aber auch vom Seniorenclub, der Musikschule (z. B. für Konzerte) oder ähnliches genutzt werden kann. Ergänzt wird dieser vielseitige Raum von einem Generationen-Cafe, um hier einen Impuls zur Belebung des Gebäudes und seiner großzügigen Terrasse zum südlich anschließenden Park zu setzen. Die Sandauer Heimatstube ist mit erweitertem Platzbedarf eingeplant und kann eventuell durch eine Art „Showarchiv“ ergänzt werden, in dem einzelne Stücke der Arzberger Stadtgeschichte öffentlich im Bürgerhaus ausgestellt werden. Der Jugendtreff, die Soldatenkameradschaft und die Garten- und Blumenfreunde finden nach wie vor ihren Platz.

Text / Foto: Stadt Arzberg

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