Der Schirndinger Müller Hans Mainer verweigert seinem jüngsten Sohn Nikel um 1585 das Heiratsgut. Bei einer Lehrlingsfreisprechung am 25. April 1591 wird Nicol Mähner, Müller zu Schirnding, genannt. Der Hohenberger Amtsrichter Paul Schweser schreibt 1624 für den Untertanen Hans Wotmann (Quotmann), Klein-Mülner zu Schirnding einen Bericht an Christoph Heinrich von Schirnding auf Röthenbach. Hans Mähner, Müller zu Schirnding wird 1641 in einer Lehrlingsvorstellung genannt.
Lämmermühle am Menzlohbach
In Schirnding am Menzlohbach lag seit dem 17. Jahrhundert eine eingängige Mühle. Sie wurde als „Obere“, „Kleine“, „Lämmermühle“ oder auch „Nothaftische Lehen- und Pachtmühle“ erwähnt. Letztere Bezeichnung wird darauf zurückgeführt, dass sie mit Beständnern besetzt und auf einem der ursprünglichen Nothaftischen Lehen entstanden war, die das Landbuch 1499 kannte. Gegen diese Theorie spricht, dass diese Mühle vor dem Dreißigjährigen Krieg noch nicht nachweisbar ist. So kommt als Namensgeber eher die Familie Nothaft in Frage, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts dort saß. Die Mühlenschau übte 1674 das Richteramt Hohenberg aus. Die Mühle zählte als Achtelhof und verfügte über keinen weiteren Grundbesitz. Sie besaß 1698 nur einen Mahlgang, und selbst dieser war anfänglich kein Steinmahlgang, sondern lediglich ein „Neuwerk“.
Nach wirtschaftlichen Problemen und mehreren raschen Besitzwechseln übernahm 1707 Matthäus Heinel die Mühle. Erst in den 1720er Jahren baute er einen Steinmahlgang ein. Folgerichtig wurde deshalb 1737 der Steuersatz für den Müller Matthäus Heinel festgesetzt.
Im Jahre 1787 gab es hier diesen Mahlgang und einen Ölschlaggang. Die Mühle ging 1893 ein. Kurze Zeit später wurde dort eine Schlosserei eingerichtet. Das Gebäude ist inzwischen abgegangen.
Mainermühle an der Röslau

Diese Mühle in Schirnding wurde auch als „Marktsmühle“, „obere Mühle“ (1696), „Backmühle“ (1698) oder „Mainersche Mühle“ bezeichnet. Der letztere Name rührt von einer Müllerfamilie her, die in den Schreibweisen Meyner, Mähner, Mayner, Mainer und Meynhard zwischen 1606 und 1696 hier vorkommt.
Als erster Hinweis auf die Existenz dieser Mühle gilt die Erwähnung eines Schirndinger Müllers namens Eberhard im Achtbuch von 1391 des Egerer Schöffengerichtes, der den Hans Vogel aus Seußen getötet hatte. Das „untere Wirtshaus“ lag unmittelbar neben der Mühle. 1627 stürzte die Dienstmagd des Wirts, Dorothea Stöll, als sie etwas waschen wollte, ins Wasser und „ist gantz schröcklich und erbärmlich ertrunken“.
Die Mühlenschau oblag 1674 dem Richteramt Hohenberg.
Im Juli 1696 verkaufte „der Erbare Meister Johann Meyner, Müller, seine obere innegehabte Mühl zu Schirnding, welche Nothäfftisches Lehen, deme auch Erbaren, Meister Johann Klugen Müllern von Hoff auch deßen Weibe und Erben pro 330 fl. Kayßl.“ Mainer zog nach Schweinfurt.
1698 verkaufte der Müllermeister Jacob Klug (vielleicht verschrieben für Johann) das Anwesen an Christoph Hör aus Helmbrechts. Der geriet jedoch noch im selben Jahr in Zahlungsschwierigkeiten, zumal auf dem Anwesen noch eine Schuldverschreibung über 100 fl. lastete. „Der Gruber“ und der Müller Lorenz Gläßel steuerten das Geld bei und sicherten sich das Recht, im Falle der Nichtbezahlung, die Mühl weg und in Lehen nehmen“ zu dürfen. Dieser Fall scheint bald darauf eingetreten zu sein, denn Gläßel war wenige Jahre später selbst Besitzer der Mainermühle.
1787 war die Mühle als halber Hof eingestuft, besaß einen Mahlgang und zinste an den Bürgermeister und Rat zu Wunsiedel. 1810 brannte sie nieder, wurde aber durch Johann Adam Gläßel sogleich wieder aufgebaut. Sein Besitznachfolger Christoph Gläßel war 1864 eines der Gründungsmitglieder des Arzberger Imkervereins.
1873 kam es erneut zu einem Brand. Nach dem Wiederaufbau errichtete der spätere Müller Friedrich Baumgärtel 1884 eine Schneidsäge. Die alte Mahlmühle arbeitete bis 1947. Dann wurde sie zur Kunstmühle mit zwei Walzenstühlen und Turbinenantrieb umgerüstet. Das Sägewerk steht noch.
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Ur-Quelle: Dieter Arzberger, Mühlen im Sechsämterland S. 333, 334, 335
Text: Schirndinger Chronik & Heimatbuch, Baschwitz – Batisweiler









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