Freude zu Füßen der Bavaria auf der Münchner Theresienwiese

Claudia Hederer wird Vizekönigin Zielsicherer Schuss mit dem Luftgewehr beim größten Preisschießen der Welt

Das gibt es nicht alle Tage: einen bayerischen Landesvizeschützenkönig, der aus Oberfranken stammt. In diesem Jahr ist es sogar eine Landesvizeschützenkönigin. Sie heißt Claudia Hederer und kommt aus Arzberg. Damit hat die 29-Jährige ihr Versprechen eingelöst, das sie im Sommer als scheidende Schützenkönigin in Arzberg gegeben hatte: „Ich werde beim Landesschießen auf dem Oktoberfest mein Bestes geben.“

Dieses „Beste“ war ein zielsicherer Schuss mit dem Luftgewehr am 2. Oktober beim größten Preisschießen der Welt. Es findet alljährlich in München zum Oktoberfest statt. 3600 Schützinnen und Schützen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben laut Claudia Hederer in diesem Jahr an dem Schießwettbewerb teilgenommen, den der Bayerische Sportschützenbund immer im verlängerten Teil des Schützenfestzelts ausrichtet. Allerdings müssen alle, die mitmachen dürfen, einem bayerischen Schützenverein angehören. Am Ende war es ein 11,6-Teiler, der die Arzbergerin zur Landesvizeschützenkönigin machte. Besser als sie war nur der neue Landesschützenkönig: Marinus Grohmann aus Söchtenau im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. 

Zum Preisschießen war Claudia Hederer, die seit 2011 in München als Hotelkauffrau im Jugendhotel des CVJM arbeitet und dort auch ihre Ausbildung gemacht hat, nicht alleine gegangen. Ihre Freundin Celina Mogk hatte sie begleitet. Bei der Preisverleihung am Sonntag nach dem Schießen war dann eine ganze Gruppe von Fans dabei: Claudia Hederers Freundinnen Clara Schödel und Karin Buchholz sowie aus Arzberg Barbara und Andreas Arlt, Karl Röhrig und selbstverständlich ihr Vater Horst Hederer. Er ist wie seine Tochter Mitglied der Königlich privilegierten Schützengesellschaft Arzberg. Seit 19 Jahren gehört Claudia dem Verein an. 

Für die junge Frau ist der Titel der Landesvizeschützenkönigin eine große Ehre. „Das ist die zweithöchste Königswürde für Schützen, die es in Bayern gibt“, freut sie sich. „Der Titel ist schon etwas Besonderes für mich, aber auch für den Schützenbezirk Oberfranken und die Schützengesellschaft in Arzberg.“ Der Erfolg berechtigt sie jetzt auch, an verschiedenen überregionalen Schießwettbewerben teilzunehmen. Und auf noch etwas freut sie sich sehr: „Ich darf auf jeden Fall im nächsten Jahr mit einer Arzberger Abordnung beim großen Trachten- und Schützenumzug zum Oktoberfest in München mitmarschieren. Vielleicht wird auch die ganze Gesellschaft eingeladen. Wir haben uns dafür beworben.“

Für den Vize-Titel hat Claudia Hederer einen Königsorden, einen Pokal und sogar ein Preisgeld bekommen. Das wird sie nicht für sich alleine behalten: Wenn sie das nächste Mal nach Hause kommt, wird sie ihren Arzberger Schützenbrüdern und -schwestern selbstverständlich „einen ausgeben.“

Text: Christl Schemm, Arzberg

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