„Aerzeperck“ – Ein Berg aus Erz

Eine kurze Exkursion in eine Patenstadt

Am 12. Juli 1242 wurde Arzberg das erste mal urkundlich in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Wir sprechen aber nicht von Arzberg im Landkreis Wunsiedel, das fand das erste Mal erst 1268 Eingang in die Geschichtsschreibung. Hier geht um deren Partnergemeinde in Österreich.

Der Namensursprung beider Kommunen geht auf den Bergbau zurück. In der Steiermark waren es die Silbererze, die die Bergleute auf den Plan riefen. Bereits im frühen Mittelalter wurde die Grazer Münze mit Silber auch aus Arzberger Erzen versorgt. Die Bergbautätigkeit wurde in der „Rechberger Bergordnung“ geregelt. Aus einer Tonne Bleiglanz (Galenit) konnte man bis zu einem halben Kilogramm Silber gewinnen. 
Drei Abbauperioden hatte der Arzberger Bergbau. War anfänglich nur das Silber interessant, wurden im 18. und 19. Jahrundert aus dem abgebauten Bleiglanz und der ebenfalls vorkommenden Zinkblende auch das mittlerweile begehrte Blei und Zink gewonnen.
1927 wurde die Bergbautätigkeit rund um Arzberg eingestellt. Erst 1995 nahm der Schau- und Lehrstollen mit einem großen Stollensystem seinen Betrieb auf nach langjährigen erneuten Untersuchung der Lagerstätten und einer geologischen Kartierung des Gebietes. Das einzige noch „befahrbare“ Silberbergwerk im Grazer Bergland steht auch Universitäten für Ausbildungszwecke zur Verfügung und beherbergt eine moderne Erdbebenmessstation, die erste in der ganzen Region.

Die Gemeinde Arzberg liegt ca. 30 km nordöstlich von Graz in einer hügeligen bis bergigen Gegend im Naturpark Almenland auf 579 m Seehöhe am oberen Ende der Raabklamm mit einem der schönsten Wanderwege in dieser Gegend. Sie ist die längste durchgehende Klamm Österreichs. Das gesamte Klamm-Areal ist Naturschutzgebiet. Die Tour durch die Klamm zeichnet sich durch zahlreiche Kleinode der Naturbelassenheit und auch einige spektakuläre Stellen aus. Die Raab selbst entspringt auf der Teichalm am Fuße des Ossers. Die nahe und sehenswerte Grasslhöhle ist die älteste Schau-Höhle Österreichs.

Die Burgruine Stubegg wurde im 14. Jahrhundert von den Herren von Stubenberg als Hausburg erbaut. Sie bildete lange den Mittelpunkt einer Grundherrschaft. Vorburg und Bergfried und dreigeschoßige Wohnbauten stammen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Die Befestigung wurde 1383 urkundlich erwähnt. Sie war einst Verwaltungssitz des Stubenbergischen Besitzes im Passailer Raum. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Hauptsitz nach Gutenberg verlegt und die Burg dem Verfall preisgegeben.
Seit 1966 finden hier die Burgspiele Stubegg statt, ein Theater mit besonderem Ambiente.

Werbepartner