Einblicke in die Zeit der Reformation

Zwischen Theater und Schattenspiel und Projektion

Im Rahmen des Jubiläums-Reformationsjahres hat der Evangelische Frauenkreis Thiersheim einen Vortrag über Katharina von Bora veranstaltet. Bernd und Margit Hofmann waren in historische Kostüme geschlüpft und nahmen die Besucher mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mit interessanten Einblicken in das Leben und Wirken von Katharina von Bora – der starken Frau an Luthers Seite. Schattenspiel und Theater wechselten sich ab. So konnten sich die Gäste gut in die damalige Zeit zurückversetzen.

2017 wird die lutherische Reformation 500 Jahre alt – per Dialog, Schatten-Spiel und Bildprojektionen lieferten die Hofmanns einen Gesamt-Umriss nicht nur von Luthers Frau Katharina, sondern auch vom geschichtlichen Umfeld des Reformator-Ehepaars mit pfiffigen Dialogen und mancherlei listigen Seiten-Hieben ins Zeitgenössische – so betonte etwa Bernd Hofmann, dass unter der lutherschen Nachkommenschaft sich auch der Name Hofmann finde, die lückenlose Linie zu ihm hin aber eine hundertjährige Lücke aufweise.

Historisch gewandet, in stilechtem Renaissance-Ambiente führten die beiden Hofmanns die zahlreich erschienene Hörerschaft zunächst ins Historische  – von der Kartoffel über das Kugelschaben, das erste öffentliche Klo bis hin zu Kurfürsten und Markgrafen – Bernd Hofmann spielte dazu die Rolle eines Chronisten, und wenn Margit hinter der Projektions-Leinwand verschwand, begab sie sich „unter die Haube“, stellte die Lutherin dar und erzählte frisch von der Leber weg aus deren Biografie, wobei sie mit Seitenhieben ins Heutige und Aktuelle nicht sparte – so entstand im Wechselspiel der beiden Hofmanns aus Kulinarischem, Küche und Kindern, Kälte und Kachelofen ein buntes Mosaik des Lutherschen Liebes- und Ehelebens, unterstützt von Renaissance-Musik und Bildern der damaligen Zeitgenossen. Diese oft dialogisch geprägte Multimediashow führte durch die Biographie der Lutherin und machte deutlich, dass die Reformation ohne die Tüchtigkeit von „mein Herr Käth´“, wie Martinus zu schmunzeln pflegte, wohl nicht so erfolgreich gewesen wäre – insbesondere dürfte – beim Genießen von Katharinas Kochkunst – die Unmenge Gäste, die die ehemalige Nonne Tag für Tag durchfütterte, die reformatorische Lehre am Tisch der Luthers („Tischreden“) sich gründlich einverleibt und dann umso lobender weiter verbreitet haben; da konnte Margit Hofmann sich regelrecht selber spielen, das nahm ihr jeder gerne ab.

Die schweren letzten Jahre der Witwe Katharina, geprägt von Krieg und Flucht, trug wieder Bernd Hofmann vor, in seiner Chronistenrolle; er schloss mit der Wertung: „Sie war wahrhaftig eine starke Frau an der Seite Martin Luthers“.

Pfarrerin Katja Schütz freute sich über den guten Besuch und bedankte sich bei Bernd und Margit Hofmann für den gelungenen Abend.

Text / Foto: Margit Hofmann, Thiersheim

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