Die „Speicherstadt“ Arzberg setzt auf erneuerbare Energien

Zu Gast bei iKratos Solar- und Energietechnik - Ein Interview mit dem Arzberger Bürgermeister Stefan Göcking

Im Rahmen der Energieoffensive hat der Arzberger Bürgermeister Stefan Göcking die Hausmesse bei iKratos Solar- und Energietechnik in Weißenohe besucht. Dort wurde  er zur Situation in Arzberg interviewt. Dieses Gespräch wollen wir nachfolgend als Auszug wiedergeben:

Wir waren für Sie mit dem Bürgermeister Herr Göcking der „Speicherstadt“ Arzberg, im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Gespräch. Die gesamte Stadt setzt auf erneuerbare Energien und geht als Vorbild voran.


Herr Bürgermeister Göcking, Ihre Stadt wirbt mit dem Namen Speicherstadt Arzberg. Wie kam es dazu?

Energieerzeugung hat in Arzberg eine historische Geschichte. Hier ist als Stichwort „Kraftwerk“ zu nennen. Nach dem Zusammenbruch der Porzellanindustrie und Schliessung des Braunkohlekraftwerkes mussten wir nach neuen Wegen suchen. Keine leichte Aufgabe für unsere Stadt. Im Jahre 2009 beschloss der damalige Stadtrat dann, das Arzberg „energieautark“ werden sollte. 2011 wurde daraufhin die ZEF (Zukunftsenergie Fichtelgebirge mit 3 Städten und dem Stadtwerk) als reines Kommunalunternehmen gegründet und dies noch vor der Fukushima Katastrophe. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Wunsiedel wurde ein gemeinsames Klimaschutzkonzept entwickelt.


Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Arzberg sehr im Bereich erneuerbarer Energien engagiert. Welche Projekte wurden bis dato denn schon umgesetzt?

Hier ist an erster Stelle der Bau von 9 Windrädern unter Einbezug einer Bürgerbeteiligung mit rund 45 Mio. Investitionssumme zu nennen. 2012 wurde Arzberg zusammen mit der Stadt Hof als Standort für das Projekt Smart Grid Solar von der ZAE Bayern und deren Kooperationspartner ausgewählt. Hier werden umfangreiche Tests für Produkte aus dem erneuerbaren Bereich durchgeführt. All diese Maßnahmen führten dazu, dass rein rechnerisch die Stadt Arzberg zu 100% aus regenerativen Energien sich selbst versorgt. Darüberhinaus fanden natürlich noch weitere Maßnahmen statt. Die Straßenbeleuchtungen wurden auf LED umgestellt, Betrieb eines Wasserkraftwerkes am Stausee, Blockheizkraftwerk für das Rathaus und Kläranlage, um nur einige zu nennen.


Welche neuen Projekte sind geplant?

Ladesäulen im gesamten Stadtgebiet für E-Mobile, E-Mobil als Dienstwagen, Einbau von Pelletsvergasern zur Beheizung öffentlicher Gebäuden. Wasserstoff als Brennstoffzelle sowie die Vision eines GUD Kraftwerkes.


Wie sehen Sie selbst die nahe Zukunft im Energiebereich?

Die Energiewende umfasst alle Bereiche. Speicherung, Einsparung, Elektromobilität, dezentrale Energieerzeugung, Verteilung und Netzstabilisierung, Smart Home usw. Die Zukunft hat jetzt schon begonnen und wir sollten uns dieser Tatsache auch gemeinsam stellen.

Städte und Gemeinden dürfen sich nicht dagegen sperren, sondern müssen mit guten Beispielen vorangehen. In ihren Händen liegt es auch, ihre Bürgerinnen und Bürger entsprechend zu informieren und einzubinden, damit die positive Entwicklung in den Haushalten und Unternehmen weiter vorangetrieben werden kann.


Text: Dieter Gröschel, iKratos Solar-Energietechnik GmbH, Weißenohe

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