Finanzieller und arbeitstechnischer Kraftakt

Schlosshügel generalsaniert

Über 100.000 Euro hat der ATV Höchstädt in den vergangenen Wochen in den Funktionstrakt im Sportpark Schlosshügel investiert. Nach dem Anschluss einer neuen Gastherme für rund 60.000 Euro wurden Wasserschäden im Kabinenbereich offenbar. Der Verein entschloss sich Mitte November zur Generalsanierung der Kabinen, der Schiedsrichter-Umkleide, der Werkstatt und des Ballraums und damit zu einer weiteren Investition von über 40.000 Euro. Im März werden die neuen Räumlichkeiten im Höchstädter Sportpark Schlosshügel im Rahmen eines Tags der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt. 52 Mitglieder im Alter zwischen 14 und 79 Jahren haben in den vergangenen Wochen über 1.500 freiwillige Helferstunden geleistet.

Es ist nicht das erste Bauwerk der jüngeren Geschichte, dass der Höchstädter Arbeiterturnverein meistert. 2005 rissen die Mitglieder den altehrwürdigen Schlosshügel bis auf die Grundmauern ab und bauten – ebenfalls unter enormer Eigenleistung – in rekordverdächtigen sechs Monaten das Haus der Vereine neu. Knapp eine halbe Million Euro investierte der ATV seinerzeit, unterstützt durch die Regierung von Oberfranken, die Oberfrankenstiftung, durch den Landkreis und die Gemeinde. Diesmal sollte eigentlich nur die Heizanlage erneuert werden, die die Turnhalle, die Umkleidekabinen und das Vereinshaus wärmt. Knapp 60.000 Euro waren dafür veranschlagt, nachdem sich die Mitglieder mit einer Stimme Mehrheit für die Generalsanierung ausgesprochen hatten. Über 5.000 Euro arbeitete vor allem die Rentner-Crew des Arbeiterturnvereins herein, Ende Oktober konnte die neue Anlage ans Netz gehen.

„Als alle Duschen liefen, rief mich  der Monteur nach unten in den Heizungskeller“, beschreibt Vorsitzender Martin Schikora. Mit einem Eimer in der Hand fing der Handwerker das durch die Decken dringende Wasser auf. Sämtliche Abflüsse des 1979 errichteten Gebäudes waren undicht, der Estrich schon auf mehrere Quadratmeter „unter Wasser“. „Wir standen vor der Entscheidung, Notreparatur oder Generalsanierung.“ Nach Rücksprache mit dem Bayerischen Landessportverband und einem Ortstermin mit Dieter Hörwarth vom Sportverband des Landkreises war klar, dass eigentlich nur eine Komplettsanierung wirtschaftlich sinnvoll sei. Nachdem sämtliche Zuschussgeber unbürokratische Hilfe und schnelle Zuwendungsbearbeitung zugesichert hatten, stellte die ATV-Vorstandschaft beide Möglichkeiten – „Flicken oder was Gescheites bauen“ – Mitte November im Rahmen einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung zur Abstimmung. Und zur Überraschung der Vereinsverantwortlichen votierten die Mitglieder klar mit 56:1-Stimmen für die Totalsanierung.

Was folgte waren „Wochen der Arbeit, die aber richtig Spaß machten“, beschreibt Martin Schikora. 52 Mitglieder quer durch alle Altersschichten und Sparten des Vereins beteiligten sich an den Abriss- und Installationsarbeiten. Die Kooperation mit allen Handwerksunternehmen lief nahezu reibungslos. Als Bonus für die fleißigen Helferinnen und Helfer wurde dieser Tage sogar eine Sauna installiert, die aber lückenlos aus Spenden finanziert wurde. Das komplette Erdgeschoss wurde mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die Kabinen und Duschen erhielten neue Energiesparfenster, neuen Estrich und wurden komplett neu gefliest. Auch die sanitären Anlagen wurden komplett erneuert. Gleiches galt auch für die Schiedsrichterkabine und die Toilette im Gang. Auch der Kabinengang selbst erfuhr eine Aufwertung und wurde neu gestrichen und mit neuen LED-Leuchten versehen. Der Halleneingang ebenfalls. Auch im Kellergeschoss hat sich einiges getan. Der Ballraum hat einen neuen Ballschrank erhalten, in dem jetzt jede der zehn Fußballmannschaften ihren eigenen absperrbaren Schrank hat. Im Heizraum selbst schnurrt jetzt ausnahmslos die neue Erdgas-Therme. Die Temperaturregelung wird jetzt per Smartphone oder Tablet gesteuert. Im bisherigen Heizöl-Lagerraum wurde eine Werkstatt eingerichtet. Diese liegt jetzt zentral zwischen Sportplätzen und Vereinsheim.

„Das war ein Kraftakt, der uns finanziell wieder an den Rand drückt“, sagt ATV-Vorsitzender Martin Schikora. Er geht davon aus, dass alle Zuschussgeber ihre Zusagen einhalten. Und er hofft insgeheim auf die eine oder andere Spende von Honoratioren zum Tag der offenen Tür. Denn der Sportbetrieb soll von der neuerlichen 100.000-Euro-Investition möglichst uneingeschränkt weiterlaufen.

Der ATV Höchstädt unterhält sieben Junioren-Teams, eine Frauen-, eine Herren- und eine Seniorenmannschaft im Fußball, sowie die Sparten Gymnastik, Tischtennis, Radsport, Wandern und neuerdings auch Kampfsport. Die rund 200 Aktiven des 360 Mitglieder starken Vereins können sich ab März auf hochmoderne Sanitär-, Umkleide- und Funktionsräume freuen.

Text: Martin Schikora, Höchstädt

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